Für Babys kochen - leicht gemacht

Lucia Cremer ist Kinderkrankenschwester und Gründerin der Elternschule Storchenbiß e.V. in Eschweiler bei Aachen.

Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Homöopathie, die CranioSakrale Therapie und nicht zuletzt auch die Ernährung im Baby- und Kleinkindalter.

Auf ihrer Internetseite babytipps24.de erfährt man Wissenswertes rund um Pflege, Gesundheit und Ernährung kleiner Erdenbürger.

2009 erschien erstmals ihr Kochbuch "Für Babys kochen leichtgemacht".

Die 2015 erschienene Neuauflage dieses Buches bietet nun auch "BLW" bzw. "Breifrei"-Rezepte, da immer mehr Eltern sich für diesen Weg der Beikosteinführung entscheiden.

Auch wir haben uns damals gegen den gängigen Breikostplan und für eine selbstbestimmte vom Familientisch geprägte Beikosteinführung entschieden.

Mit ca. 6 Monaten begann meine Tochter mit Fingerfood und konnte so mit allen Sinnen die neuen Nahrungsmittel kennen lernen.

Sie wurde weiterhin nach Bedarf gestillt, so dass die Beikosteinführung ganz langsam und zwanglos erfolgen konnte.

Natürlich hat sie die Schweinshaxe nicht komplett verdrückt, sie hat aber etwas davon probieren dürfen und war sichtlich begeistert! ;-)
Natürlich hat sie die Schweinshaxe nicht komplett verdrückt, sie hat aber etwas davon probieren dürfen und war sichtlich begeistert! ;-)

Am Anfang des Buches werden die wichtigsten Fragen zum Thema Beikost beantwortet. Mir gefällt der undogmatische Ton in Lucias Antworten und die Tatsche, das sie neueste Forschungsergebnisse bzgl. Entstehung von Unverträglichkeiten und Allergien dabei beachtet. Seit einer Metastudie die vor einigen Jahren durchgeführt wurde und die Ergebnisse von mehreren Jahren Forschung zusammenfasste, sind die Ernährungsempfehlungen für Babys und Kleinkinder aufgelockert worden, da sich zeigte, dass ein langer Verzicht auf Allergene, Gluten, Milcheiweiß etc. keinen Einfluss auf die Allergieentstehung hat, es aber durchaus vorteilhaft ist, möglichst viele Nahrungsmittel einzuführen, solange das Kind noch gestillt wird. Da die durchschnittliche Stilldauer in Deutschland nur ca. 6-7 Monate (bis zum kompletten Abstillen) beträgt, liest man seitdem häufig die Empfehlung, bereits nach 4 Monaten mit der Beikost zu beginnen.

Wenn man jedoch nicht vor hat, nach einem halben Jahr auf künstliche Säuglingsnahrung umzustellen, sondern noch mindestens einige Monate weiter stillen möchte, kann man getrost der WHO-Empfehlung folgen und den Beikoststart auf den Beginn des siebten Monats vertagen.

 

Eine Rolle dabei sollte auch die Beikostreife des Babys spielen:

 

  • das Baby kann mit Unterstützung sitzen, auf dem Schoß oder im Hochstühlchen,
  • das Baby kann selbst Nahrung gezielt greifen (zunächst mit der ganzen Hand, später im Pinzettengriff) und zum Mund führen
  • das Baby kann Kaubewegungen machen. Dazu muss der sog. Zungenstoßreflex verschwunden sein, der bei jüngeren Babys kleine Gegenstände reflexhaft direkt wieder aus dem Mund heraus befördert.

 

 Die meisten Babys sind mit etwa 6 Monaten beikostreif.

Frau Cremer betont an mehreren Stellen dass die Beikosteinführung langsam vonstattengehen sollte und das Milch aus Brust oder Flasche noch lange das Hauptnahrungsmittel bleiben. Nicht schnell Mahlzeiten ersetzen ist das Ziel, sondern langsam den Genuss an immer mehr Lebensmitteln entdecken.

Eine Übersichtstabelle zeigt auf einen Blick, ab wann verschiedene Lebensmittel empfohlen werden. Die Autorin betont aber, dass diese Empfehlungen nicht in Stein gemeißelt sind, sondern höchsten Leitlinien, die sie aus ihrer langjährigen Erfahrung als Kinderkrankenschwester gibt. Jedes Kind hat seinen eigenen Geschmack und sein eigenes Entwicklungstempo.
Sie gibt im ersten Teil des Buches und in Info-Boxen im Rezepteil viele Hinweise zur Auswahl und Verarbeitung der Lebensmittel, zur Vorratshaltung oder zur Abwandlung von Rezepten. Welches Öl nehme ich? Muss Fleisch unbedingt sein? Wie friere ich diese Mini-Mengen gescheit ein?

Der Rezeptteil ist gegliedert nach Alter des Kindes (Erste Beikost, 6 Monate, dann Monatschritte bis über 12 Monate). Bei der Zusammenstellung und der Konsistenz werden die unterschiedlichen Fähigkeiten und die Entwicklung des Verdauungsystems berücksichtigt.
Viele Breirezepte werden ergänzt von stückigeren Varianten, wie Knödeln, Bratlingen, Muffins, Nuggets, Pfannküchlein etc. Also vieles ist auch als Fingerfood im Rahmen des "Baby-Led Weaning" geeignet, lädt die Babys dazu ein, die Nahrung mit allen Sinne zu entdecken.
Gerade die Rezepte für ältere Baby lassen sich problemlos nachwürzen oder verfeinern, so dass sie allen am Familientisch schmecken.

Im letzten Teil findet man spezielle Rezepte, Tipps und Hausmittel für Kinder mit Magen-Darm-Infekten, Husten oder Verstopfung.

Ich schätze an diesem Buch die klare, doch undogmatische Herangehensweise an das Thema, denn schließlich soll der Schritt in die Beikost ein genußvoller sein! Für Kinder UND Eltern.

Noch mehr Bücher zum Thema sowie hilfreiche Utensilien für die Beikosteinführung findet ihr in meinem amazon-store:

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